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Klosterboom in Tibets Osten |
Ein Film von Hajo Bergmann |
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| Kamera: Rüdiger Kortz | |||
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Andreas Gruschke und Astrid Zimmermann |
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Zahlreiche Besuche in alle möglichen tibetischen Regionen haben Andreas Gruschke im Laufe der letzten 15 Jahre in 300-400 tibetisch-buddhistische Klöster geführt. Fern davon zu behaupten, dass die Tibeter ihre volle Religionsfreiheit genießen würden, ist dennoch festzustellen, dass sich die Zahl der Klöster seit der Lockerung staatlicher Auflagen zu Beginn der 1980er Jahre schnell vermehrt hat. Innerhalb von zwei Jahrzehnten sind die meisten der Klöster und Tempel im tibetischen Hochland wieder aufgebaut worden, und ihre Versammlungshallen füllten sich wieder mit alten und jungen Mönchen. Um zu recherchieren inwiefern sich der religiöse Alltag in Klöstern wieder etabliert hat, oder ob auch - wie es bei uns häufig behauptet wird - in den berühmtesten Klosteranlagen Mönche lediglich als museale Anschauung für Touristen dienen, haben sich ein kleines Filmteam des Regisseurs und Filmemachers Hajo Bergmann mit dem bereits vielfach ausgezeichneten Kameramann Rüdiger Kortz sowie den Beratern Andreas Gruschke und Astrid Zimmermann im Spätherbst 2001 nach Amdo aufgemacht. Sie haben dabei fast ausschließlich Klöster und Tempel besucht, die selten oder auch so gut wie nie von Touristen besucht werden. Dabei konnten sie nicht nur einen gewaltigen Bauboom feststellen und betrchtlich gewachsene Mönchsgemeinschaften erleben, sondern hatten in Interviews mit Mönchen und Laien auch die Möglichkeit, von den Schwierigkeiten der Lehrtätigkeit und im Klosterbetrieb zu erfahren, die neben politischen Gründen auch gesellschaftliche Ursachen haben... Um von diesen Umständen, die den «Klosterboom in Tibets Osten» begleiten, zu erfahren, lohnte es sich also, am Samstag, dem 6. April 2002 um 20.45 bei ARTE einzuschalten. Wichtige Anmerkungen zum Film / Korrekturen in der Information
Fotos von der Recherche-Reise und den Dreharbeiten in Amdo© Hajo Bergmann und © Andreas Gruschke |
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(Für vergrößerte Ansicht die Bilder bitte anklicken)
| PRESSETEXT:
KLOSTERBOOM
IN TIBETs OSTEN
Film
von Hajo Bergmann
Eine Reise voller widersprüchlicher Eindrücke: Zum einen sind wohl tatsächlich fast alle Klöster in Ost-Tibet, wo 1980 noch fast alles zerstört war, wieder aufgebaut. Gewaltige Geldsummen müssen dafür aufgebracht worden sein: Der Freiburger Klosterforscher Andreas Gruschke schätzt sogar einen zweistelligen Milliardenbetrag. Die Hochweiden Amdos sind übervoll mit Yaks und Schafen und seit die Kolchosenwirtschaft vorbei ist, blüht der Markt mit Fleisch, Milch und Leder. Der riesige Binnenmarkt im Reich der Mitte ist unersättlich. Und die Nomaden spenden wieder für den Aufbau ihrer Klöster und Kulturdenkmäler. Überall wieder das Rot von Mönchskutten, besonders von jungen Mönchen. Wenn man durch Gegenden wie die Golluk-Region fährt, könnte man glauben, es habe eine wunderbare Renaissance der tibetischen Kultur gegeben. Doch es gibt auch ganz andere Tendenzen: In Certa, wo ein Rimpoche eine buddhistische Akademie aufgebaut hat und wo fest 7000 Mönche und Nonnen wohnten, hat die chinesische Armee noch vor der Vergabe der olympischen Spiele 800 Mönchswohnungen eingerissen und Tausende Studierende vertrieben. In anderen zu schnell gewachsenen Klöstern wurden Mönche,
die sich weigerten dem Dalai Lama „abzuschwören“, von den Verwaltungen
der Klöster verwiesen. Zum anderen wieder besucht der Film ungestraft
das Geburtshaus des Dalai Lama und findet in vielen Haupthallen der wiederaufgebauten
Klöster sein Bild. Er besucht Mönche der Nyngmapa-Schulrichtung,
die bei einem Ritual auf einem Luftbestattungsplatz dicke Brocken Fleisch
zu sich nehmen,- was das
Der Film läßt den Wandel in Ost-Tibet nicht außen vor: Weder den konsequent vorangetriebenen Bau von Pisten und Provinzstätten in malerischer Hochlandkulisse, noch die Frage: Können wir uns darüber aufregen, wo wir schon vor Jahrhunderten die Klöster säkularisiert und die Hochgebirgsregionen für Industrie und Tourismus ‚entwickelt‘ haben? Ein Tibetfilm der etwas anderen Art, der verschiedene, scheinbar widersprüchliche, Eindrücke vermittelt, ohne eine hervorzuheben. Wenn überhaupt, dann das Schlußbild. Die Klasse einer chinesischen Kunstschule kommt in ein tibetisches Kloster und sucht sich dort Motive. Junge Mönche kommen neugierig dazu und schauen den Chinesen zu. Es gab auch Zeiten im chinesisch-tibetischen Verhältnis, da war man von der jeweiligen Kultur und Spiritualität des anderen fasziniert und inspiriert. Für den Wandel, an dem auch die Tibeter nicht vorbeikommen, wäre dieser Aspekt äußerst hilfreich. --- Hajo Bergmann --- |
| Wichtige Anmerkungen zum Film / Korrekturen in der Information (von Andreas Gruschke) |
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